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REDUBAR

Politische Handlungsempfehlungen für die verstärkte Nutzung von Biogas über regionale Netze – Ergebnisse aus dem EU-Projekt REDUBAR

Abstract

Unter den europäischen Ländern bestehen sehr große Unterschiede bei der Produktion und der Verwendung von Biogas. Man kann zwischen solchen Ländern unterscheiden, in denen diese Möglichkeit der regenerativen Energiegewinnung in der öffentlichen Wahrnehmung keine Rolle spielt. Andererseits gibt es Länder, bei denen die Biogasproduktion einen großen Wachstumsmarkt darstellt und die effiziente Nutzung des Biogases an Grenzen stößt. Das größte Problem stellt dabei die oft nicht nutzbare Wärme bei vor Ort betriebenen Blockheizkraftwerken dar. Eine Lösung des Problems ist die Aufbereitung des Biogases mit anschließender Einspeisung in das Erdgasnetz. Das Biogas kann so über das Erdgasnetz zu Orten sinnvoller KWK- bzw. KWKK- Nutzung transportiert werden. Hierbei existieren immer noch starke Vorbehalte wie Wissensdefizite, lückenhafte Gesetzeslagen und Regelwerke und die daraus resultierende Zurückhaltung bei Investoren. 

Ein Projektteam mit 15 Partnern aus 8 europäischen Ländern hatte es sich zur Aufgabe gemacht diese Hindernisse und Barrieren zu identifizieren, zu analysieren und Lösungen zur Minimierung bzw. Überwindung dieser zu erarbeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das europäische Forschungsprojekt „Investigations targeted to the creation of legislative instruments and the reduction of administrative barriers for the use of gaseous fuels produced from renewable energy sources for heating and cooling“ kurz „REDUBAR“ Anfang 2006 ins Leben gerufen. In 10 Arbeitspaketen wurden so Themen wie:

bearbeitet. Wichtig war es dabei die Zielgruppen, wie Gasversorger, Entscheidungsträger oder Biogasanlagenbauer um nur einige zu nennen, in den Bearbeitungsprozess aktiv mit einzubinden. Dies wurde in den jeweiligen Partnerländern durch Arbeitstreffen, Präsentationen und Publikationen erreicht. So wurde beispielsweise in Deutschland auf Initiative der Fördergesellschaft Erneuerbare Energien e.V. (FEE) in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Biogene und Regenerative Kraft- und Treibstoffe e.V. (BBK) das „Biomethan-Kuratorium (BMK)“ gegründet.

Als Projektergebnisse liegen grundlegend die erfassten Ist-Zustände der nichttechnischen Rahmenbedingungen zur Biogasnutzung in den einzelnen Partnerländern vor. Diese zeigen ein stark differenziertes Bild zwischen den einzelnen Ländern. Deutschland hat in Europa eine Vorreiterrolle in Sachen Biogasnutzung. Das hier ausgearbeitete Gesetzes- und Regelwerk ist sehr umfangreich und damit beispielhaft für andere europäische Länder. Die Komplexität des Nutzungspfades Biogas bedingt aber auch hier noch Bedarf zur Nachbesserung.

In den osteuropäischen Partnerländern besteht auf diesem Industriesektor noch starker Nachholbedarf. Dementsprechend lückenhaft ist das Regel- bzw. Gesetzeswerk. Für eine positive Entwicklung auf dem Biogasgasmarkt ist es daher wichtig, bestehende Regel- und Gesetzeswerke anderer Länder zu nutzen und frühzeitig aus den gemachten Fehlern zu lernen.

Zusammenfassen kann festgehalten werden, dass die Gesetzgebung auf europäischer Ebene nur grob richtungweisende Vorgaben treffen kann. Diese sind in den einzelnen europäischen Ländern entsprechend der jeweils vorliegenden Bedingungen umzusetzen. Dazu sind besonders agrarpolitischen Rahmenbedingungen zu beachten. Weiterhin müssen durch die Politik bildungspolitische Grundlagen geschaffen werden, um in der Bevölkerung das Wissen und damit die Akzeptanz zu stärken. Im Bereich des Gastransportes und des Gasein- und ‑verkaufs ergeben sich für die Beteiligten neue Situationen, da nun nicht mehr wenige große Anbieter sondern viele kleine Anbieter am Markt aktiv sind. Es müssen politische Rahmenbedingungen für eine einheitliche, diskriminierungsfreie Behandlung aller Beteiligten geschaffen werden. Dem nicht unwesentlichen Faktor Wirtschaftlichkeit muss man in der Startphasen durch gezielte Fördermaßnahmen begegnen, d.h. der Wirtschaft durch gezielte Förderprogramme einen Anreiz für nachhaltige Investition bieten.

Autoren: Dr.-Ing. Hartmut Krause, Dipl.-Ing. Steffen Franke

 

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Seite REDUBAR.eu



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