DBI-GRUPPE
DBI Gas- und Umwelttechnik

Gasbeschaffenheit

Hauptstudie zur Analyse der volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Gasbeschaffenheitsschwankungen auf die Sektoren des Gasverbrauches und deren Kompensation

 

Ziel des DVGW-Vorhabens war es, ein verträgliches und wirtschaftliches Gasbeschaffenheitsband für den deutschen Geräte- und Anlagenbestand zu definieren, welches die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bezüglich Sicherheit, Emissionen und Effizienz weiterhin gewährleistet.

Zur Umsetzung einer solchen Roadmap wurden u. a. die Marktpartner über ihre Verbände eingebunden, um Informationen aus deren Mitgliederkreisen zu erhalten.

Konzeption der „Hauptstudie Gasbeschaffenheit"
Konzeption der „Hauptstudie Gasbeschaffenheit"

In der ersten Phase wurden umfangreiche Datenerhebungen in Form von Marktanalysen sowohl für die Sektoren der Gasverwendung (häusliche Gasverwendung, Industrie, Energieversorgung) als auch für die Gasinfrastruktur vorgenommen und ausgewertet. Eine wesentliche Erkenntnis für den Bereich der Gasverwendung ist, dass im Bestand viele Anlagen auf die lokale, wertemäßig in der Regel unbekannte Gasbeschaffenheit eingestellt werden und automatische Kompensationsstrategien nur bei einem geringeren Teil des Anlagenbestands vorhanden sind.

Die Analyse der Gasinfrastruktur erfolgte örtlich aufgelöst auf Basis von Transportnetzdaten des FNB Gas für die H- und L-Gasgebiete in Deutschland. Dabei konnten fünf Regionen (4 H-Gasregionen, 1 L-Gasregion) mit regional ähnlichen Charakteristika bezüglich der Wobbe-Index-Schwankungsbreite und der verteilten Grundgase identifiziert werden. Alle fünf Regionen wurden hinsichtlich der Schwankungsbreite und des zeitlichen Verlaufs von Wobbe-Index und Brennwert ausgewertet. Um die Effekte von Gasbeschaffenheitsschwankungen besser quantifizieren zu können, wurden in der Phase II der Hauptstudie Gasbeschaffenheit zahlreiche Felddaten erhoben, analysiert und durch die eingebundenen Branchenverbände Verträglichkeitsabschätzungen des Bestands, aufgegliedert nach Technologien, vorgenommen.

An diese Analysen schlossen sich die Entwicklung von Handlungsempfehlungen und darauf aufbauend eine volkswirtschaftliche Bewertung von unterschiedlichen Kompensationsstrategien bei unterschiedlichen Gasbeschaffenheitsschwankungen an. Die Analysen zur Gasbeschaffenheit ergaben für Erdgas H erfasste Wobbe-Index-Werte zwischen 13,78 kWh/m3 bis 15,34 kWh/m3, wobei die lokalen Schwankungsbreiten meist unter ±2 % lagen. Die anwenderseitigen Untersuchungsergebnisse im Rahmen der Studie (Felddatenerfassungen, morphologische Kästen, Ampeldarstellungen) zeigten, dass Gasgeräte und -anlagen mit einer Wobbe-Index-Bandbreite von 13,6/7 kWh/m3 bis 15,3/4 kWh/m3 (25 °C/0 °C) und einer lokalen Schwankungsbreite des Wobbe-Index bis ±2 % sicher, effizient und emissionsarm betrieben werden können.

Auf dieser Basis konnten als Bestandteil der Roadmap Empfehlungen für eine zukünftige Wobbe-Index-Bandbreite und lokale Schwankungsbreiten gegeben werden, die u.a. in die künftige Regelwerksarbeit einfließen sollen.

Neben dem DBI waren die Forschungseinrichtungen GWI und EBI an dieser Studie beteiligt.